Wer mit 63 in Rente geht, muss deswegen nicht aufhören zu arbeiten. Die Zeiten, in denen ein Nebenjob die Rente kürzte, sind seit Januar 2023 vorbei. Die Bundesregierung hat die Hinzuverdienstgrenzen für vorgezogene Altersrenten gestrichen – und damit Millionen Beschäftigten neue finanzielle Spielräume eröffnet. Ob sich Vollzeit lohnt und was es mit der Aktivrente ab 2026 auf sich hat, erklären wir hier anhand offizieller Quellen.

Hinzuverdienstgrenzen ab: 2023 abgeschafft · Unbegrenzter Hinzuverdienst: bei Altersrente möglich · Regelaltersgrenze: Flexirente erlaubt Weiterarbeit · Steuer auf Rente: bei Weiterarbeit relevant · Teilrenten-Option: für höhere Ansprüche

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Steuerbelastung je nach Einkommenssituation
  • Regionale Unterschiede in der Umsetzung
3Zeitleisten-Signal
  • Ab 2026: Aktivrente mit 2.000 Euro monatlich steuerfrei (R+V)
4Wie es weitergeht
  • Erwerbsminderungsrente behält eigene Hinzuverdienstgrenzen
  • Erwerbsminderungsrente teilweise: 41.527,50 Euro (Stand 2025)

Sechs Datenpunkte zeigen, wie sich die Regeln seit 2023 grundlegend verändert haben.

Merkmal Wert
Hinzuverdienst ab 2023 Unbegrenzt bei Altersrente
Rente mit 63 Weiterarbeitung möglich
Flexirente Über Regelaltersgrenze hinaus
Steuer auf Rente Progressiv mit Gehalt
Erwerbsminderungsrente teilweise 41.527,50 Euro (2025)
Erwerbsminderungsrente voll 20.763,75 Euro (2025)
Aktivrente ab 2026 2.000 Euro monatlich steuerfrei
Witwenrente Freibetrag 1.076,86 Euro monatlich

Kann man nach Renteneintritt mit 63 Jahren weiterarbeiten?

Im eigenen Betrieb bleiben

Ja, das ist problemlos möglich. Wer mit 63 in Rente geht, darf seit Januar 2023 unbegrenzt hinzuverdienen. Die alte jährliche Grenze von 46.060 Euro existiert nicht mehr. Das bedeutet: Wer im eigenen Betrieb weiterarbeitet, bekommt volle Rente und vollen Lohn gleichzeitig.

Anmerkung der Redaktion

Durch den Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen für vorgezogene Altersrenten können Sie ab 2023 „normal“ weiterarbeiten und eine ungekürzte Rente beziehen.

Vollzeit oder Teilzeit

Die Entscheidung zwischen Vollzeit und Teilzeit hängt von finanziellen Zielen ab. Teilzeit reduziert Arbeitsbelastung, während Vollzeit die meisten Rentenpunkte bringt. Jeder Monat über der Regelaltersgrenze erhöht die Rente um 0,5 Prozent. Bei einem Monatslohn von 3.500 Euro und einer Rente von 1.500 Euro kommen so über 100 Euro mehr monatlich im Jahr zusammen.

Was muss man beachten, wenn man in Rente geht und weiter arbeitet?

Sozialversicherungspflichten

Arbeit neben vorgezogener Altersrente unterliegt der Rentenversicherungspflicht. Beiträge werden später bei der Rente berücksichtigt. Das Flexirentengesetz von 2017 brachte diese Änderung, die seither Millionen Frührentner betrifft. Minijobber können sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Anmeldung bei Rentenversicherung

Seit 2023 ist keine Meldung an die Rentenversicherung bei Hinzuverdienst erforderlich. Arbeitgeber führen lediglich die normalen Sozialversicherungsbeiträge ab. Der Wegfall der Meldepflicht vereinfacht die Bürokratie erheblich.

Wichtig

Bei Erwerbsminderungsrente gelten weiterhin eigene Grenzen: Hinzuverdienst muss im Leistungsvermögen bleiben. Teilweise Erwerbsminderung: 41.527,50 Euro jährlich. Volle Erwerbsminderung: 20.763,75 Euro jährlich.

Wie wird die Rente versteuert, wenn ich weiter arbeite?

Steuerklassen kombinieren

Rente und Gehalt werden zusammen versteuert. Der steuerfreie Rentenanteil bleibt erhalten, doch durch den Hinzuverdienst kann der Steuersatz steigen. Rente und Gehalt zusammen sind progressionsrelevant. Wer also neben der Rente voll arbeitet, rutscht möglicherweise in einen höheren Steuersatz.

Abzüge und Freibeträge

Der Grundfreibetrag 2026 beträgt 12.348 Euro für Alleinstehende. Bis zu diesem Betrag bleibt alles steuerfrei. Wer unter dem Freibetrag bleibt, zahlt keine Steuern auf das Gesamteinkommen. Die Minijob-Grenze liegt bei 7.236 Euro jährlich und erlaubt steuerfreies Einkommen unter bestimmten Bedingungen.

Kann man Rente beziehen und gleichzeitig Vollzeit arbeiten?

Regelungen seit 2023

Ja, unbegrenzt. Die Aufhebung der Hinzuverdienstgrenzen macht dies möglich. Regelaltersrenten hatten nie solche Grenzen – jetzt gilt das auch für Frührentner. Die Flexirente schafft damit einen nahtlosen Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand.

Die Folge

Frührentner können mit einem Nebenjob beliebig viel hinzuverdienen, ohne dass ihre Rente gekürzt wird. Das ist ein grundlegender Wandel gegenüber der alten Rechtslage.

Auswirkungen auf Rente

Die Rente wird nicht gekürzt. Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, erhält zusätzlich 0,5 Prozent Zuschlag pro Monat auf die Rente. Die Aktivrente ab 2026 bringt 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzu – ein weiterer Anreiz für Weiterarbeit.

Lohnt sich Weiterarbeiten trotz Rente mit 63?

Finanzielle Vorteile

Mehr Rentenpunkte sammeln erhöht die monatliche Rente dauerhaft. Jeder Beitrag aus dem Hinzuverdienst erzeugt neue Entgeltpunkte. Die Aktivrente ab 2026 schafft zusätzliche steuerliche Spielräume mit einem monatlichen Freibetrag von 2.000 Euro.

Teilrenten-Trick

Bei Teilrente gilt ebenfalls unbegrenzter Hinzuverdienst seit 2023. Wer die Rente zunächst teilweise nimmt und weiterarbeitet, kann seine Ansprüche schrittweise erhöhen. Die Rente wächst mit jedem gearbeiteten Monat, während das Einkommen steigt.

Die Frage, ob sich Vollzeit lohnt, hängt von der Steuerprogression ab. Wer unter dem Grundfreibetrag bleibt, zahlt keine zusätzlichen Steuern. Bei höherem Einkommen kann Teilzeit die Progression dämpfen.

Vorteile

  • Unbegrenzter Hinzuverdienst seit 2023
  • Keine Meldung an Rentenversicherung nötig
  • 0,5 Prozent Zuschlag pro Monat über Regelaltersgrenze
  • Teilrenten-Trick für schrittweise höhere Ansprüche
  • Aktivrente ab 2026: 2.000 Euro steuerfrei

Nachteile

  • Steuerprogression kann Steuersatz erhöhen
  • Rentenversicherungspflicht für Hinzuverdienst
  • Erwerbsminderungsrente behält eigene Grenzen
  • Witwenrente-Anrechnung bei über 1.076,86 Euro

Durch den Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen für vorgezogene Altersrenten können Sie ab 2023 „normal“ weiterarbeiten und eine ungekürzte Rente beziehen.

Deutsche Rentenversicherung (Gesetzliche Rentenversicherung)

Seit dem 1. Januar 2023 dürfen Frührentnerinnen und Frührentner so viel dazuverdienen, wie sie wollen – ihre Rente wird trotzdem nicht gekürzt.

VLH (Verbraucherzentrale)

Somit können auch Frührentner mit einem Nebenjob beliebig viel hinzuverdienen, ohne dass ihre Rente gekürzt wird.

Bundesregierung (Bundesregierung)

Für Arbeitnehmer mit einer vorgezogenen Altersrente ab 63 hat sich die Situation seit 2023 grundlegend geändert. Die Aufhebung der Hinzuverdienstgrenzen bedeutet: Wer weiterarbeiten will, bekommt volle Rente und vollen Lohn. Die Aktivrente ab 2026 wird diese Möglichkeiten mit einem monatlichen Steuerfreibetrag von 2.000 Euro zusätzlich erweitern. Für Unternehmen, die erfahrene Mitarbeiter halten wollen, ist das eine klare Botschaft: Flexirente funktioniert – und wird ab 2026 noch flexibler.

Verwandte Beiträge: Blutzuckerwerte ab 60 Jahre Tabelle · Pflegestufe 1 Wieviel Geld

Eltern mit Kindern vor 1992 erhalten im Rentensystem eine spezielle Rente pro Kind, die bei Weiterarbeit nach 63 relevant ist.

Häufig gestellte Fragen

Was bringt 1 Jahr länger arbeiten für die Rente?

Pro Jahr über der Regelaltersgrenze erhöht sich die Rente um 6 Prozent (0,5% pro Monat). Bei einer Monatsrente von 1.500 Euro wären das 90 Euro mehr pro Monat, also 1.080 Euro im Jahr.

Was ist der Teilrenten-Trick?

Wer Teilrente nimmt und weiterarbeitet, kann unbegrenzt hinzuverdienen und seine Rentenansprüche schrittweise erhöhen. Die Rente wächst mit jedem gearbeiteten Monat, ohne dass eine Obergrenze gilt.

Welche Abzüge gibt es als Rentner bei Vollzeit?

Die Steuerprogression kann den Steuersatz erhöhen, weil Rente und Gehalt zusammen versteuert werden. Der Grundfreibetrag 2026 liegt bei 12.348 Euro für Alleinstehende. Wer darunter bleibt, zahlt keine zusätzlichen Steuern.

Kann man 99 Prozent Rente und weiterarbeiten?

Ja, die Teilrente macht das möglich. Seit 2023 gilt unbegrenzter Hinzuverdienst, unabhängig vom Rentenanteil. Wer nur wenige Rentenpunkte hat, kann mit Teilrente und Vollzeitjob seine Ansprüche deutlich steigern.

Was bringt 2 Jahre länger arbeiten Rente?

Zwei Jahre ergeben 12 Prozent mehr Rente (24 Monate × 0,5%). Bei einer Monatsrente von 1.500 Euro wären das 180 Euro mehr pro Monat, also 2.160 Euro im Jahr.

Hinzuverdienst zur Rente: Was lohnt sich?

Unbegrenzter Hinzuverdienst bei vorgezogener Altersrente seit 2023 macht Vollzeit zur attraktiven Option. Teilzeit lohnt sich bei hohem Einkommen, um die Steuerprogression zu dämpfen. Die Aktivrente ab 2026 schafft zusätzliche steuerliche Spielräume.

Weiterarbeiten nach Regelaltersgrenze?

Ja, jeder Monat über der Regelaltersgrenze bringt 0,5 Prozent mehr Rente. Eine Meldung an die Rentenversicherung ist seit 2023 nicht mehr erforderlich. Die Kombination aus Rente und Gehalt ist steuerlich vorteilhaft, solange das Gesamteinkommen unter dem Grundfreibetrag bleibt.